100 Tage im Gefängnis: Ein Polizist und ein Ex-Häftling zwischen Zusammenhalt und Verrat

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Überblick

MrBeast (Jimmy) hat für dieses Video ein Gefängnis gebaut, das einem echten Hochsicherheitsgefängnis nachempfunden ist. Darin sollen zwei Fremde 100 Tage gemeinsam verbringen: Lenny, seit 17 Jahren Polizist, und Ian, der drei Jahre in einem Bundesgefängnis saß. Halten beide durch, erhalten sie eine halbe Million Dollar. Verlässt einer von ihnen das Gefängnis vorzeitig, gehen beide leer aus. Das Video verfolgt, wie sich die Beziehung der beiden unter Langeweile, Entbehrung und gezielt gestellten Dilemmata entwickelt. Etwa alle zehn Tage legt Jimmy ihnen ein neues Angebot vor, das meist Geld kostet oder einen der beiden bevorzugt.

18 Min. Lesezeit

Die Ausgangslage: ein nachgebautes Gefängnis und zwei gegensätzliche Biografien

Gleich zu Beginn nimmt Jimmy beiden die Handschellen ab und erklärt die Regeln. Ian erzählt, er habe bei seiner Entlassung eine halbe Million Dollar Schulden gehabt. Das ist zufällig genau die Summe, um die es nun geht. Später schildert er seine Taten genauer: Er wurde wegen Betrugs und Geldwäsche verurteilt. Er habe gelogen, Geld geliehen, um anderes zu bezahlen, das Geld aller verloren und über diese Verluste gelogen.

Die Zelle beschreibt Ian als realistisch, mit einem Unterschied: Die Matratzen seien dicker, und es gebe ein Kissen, das man im echten Gefängnis nicht bekomme. Abgesehen davon sei die Anlage laut Jimmy eine exakte Nachbildung. Es gibt eine echte Gefängnistoilette, drei Mahlzeiten am Tag, eine feste Zeit für das Löschen der Lichter und jeden Morgen einen Weckdienst. Kameras zeichnen jede Bewegung auf, was Ian von Anfang an bewusst ist.

Schon am ersten Abend kommt es zum Streit um das untere Bett. Lenny beansprucht es, Ian lenkt ein und verweist auf die Gefängnisregel, dass sich nach der Dienstzeit richte, wer zuerst wählen darf. Am nächsten Morgen klagt Ian, der Polizist habe die ganze Nacht geschnarcht. Kurz darauf schiebt Ian das Bett weg und schläft auf dem Boden, um dem Schnarchen zu entgehen. Gegenüber Jimmy nennt er Lenny „Snorlax“. Lenny räumt ein, dass es so aussehe, glaubt es aber selbst nicht.

Auch innerlich gehen beide unterschiedlich mit der Lage um. Ian wirkt entspannt und findet es „ziemlich gemütlich“. Lenny tut sich schwer: Er habe sein ganzes Leben lang Menschen verhaftet, und nun auf der anderen Seite zu stehen und gesagt zu bekommen, wann er schlafen, aufstehen und essen soll, sei eine krasse Umstellung.

Tag 10: Der Hof und das erste Vertrauensdilemma

Gegen die Langeweile bauen die beiden aus dem Bettrahmen einen Basketballkorb und nutzen ihn auch für Klimmzüge. Ian erzählt, bei seiner ersten Haft sei er nicht sportlich gewesen und wolle das nun nachholen. Er will aus einem „Knastkörper“ einen „Strandkörper“ machen.

An Tag 10 schaltet Jimmy den Ostflügel frei, einen Hof mit Klimmzugstange und Korb, der eine Stunde täglich zugänglich sein soll. Dann führt er die beiden in getrennte Verhörräume und stellt sie vor eine Wahl: Der Hof kostet 50.000 Dollar vom Preisgeld. Stimmen beide zu, dürfen beide ihn nutzen. Sagt nur einer ja, werden die 50.000 Dollar trotzdem abgezogen, aber nur einer darf den Hof für den Rest des Videos betreten.

Ian zögert sichtbar. Er sei es leid, der Bösewicht der Geschichte zu sein, sagt er, aber 90 Tage lang den netten Kerl zu spielen, sei anstrengend. Am Ende haben beide ja gesagt. Ian begründet das damit, dass sich seine Sicht auf Geld drastisch verändert habe. Er sei bereit zu investieren, um die Zeit erträglicher zu machen, denn ohne solche Annehmlichkeiten würden sie es vielleicht nicht bis zum Ende schaffen. Lenny formuliert es pragmatischer: lieber ein bisschen Geld als gar nichts. Jimmy beobachtet, dass schon eine Stunde frische Luft am Tag den beiden das Gefühl gibt, die 100 Tage durchhalten zu können. Beide nennen die 50.000 Dollar gut investiert.

Tag 20: Küche gegen Hof

Die Schwachstelle der Challenge ist das Essen, das Jimmy bewusst wie im echten Gefängnis gestaltet hat. Beide beschweren sich, etwa über „den Hackbraten von Direktor Jimmy“, einen offenbar gerade erst aufgetauten Burger mit Soße. Lenny sagt, er habe nicht gewusst, dass die Menschen, die er verhaftet hat, so etwas essen. Er wisse nicht, wie lange er das aushalte.

An Tag 20 muss einer der beiden eine Entscheidung für beide treffen. Ian überlässt sie Lenny und begründet sein Vertrauen damit, dass sie viel miteinander reden. Jimmy zeigt Lenny eine voll ausgestattete Küche, in der sie für den Rest der Zeit gesunde und leckere Mahlzeiten selbst zubereiten könnten, mit Hamburgern, Hot Dogs und allem, was sie wollen. Der Preis dafür wäre der Verzicht auf den Hof.

Lenny entscheidet sich ohne langes Überlegen für den Hof, zur Überraschung von Jimmy, der angesichts der täglichen Beschwerden mit dem Gegenteil gerechnet hatte. Einen Tag später sagen beide, sie bereuten die Entscheidung kein bisschen. Sie seien froh, nicht den ganzen Tag eingesperrt zu sein. Lenny vermutet, seine Frau würde sagen, natürlich habe er den Basketballplatz gewählt, auf frische Luft würde er nie verzichten.

In dieser Phase sprechen die beiden auch über ihre Familien. Für Lenny ist das Ziel, das Geld für seine Familie zu gewinnen. Er habe Frau und Kinder, alle seien von ihm abhängig, deshalb könne er nicht aufgeben. Ian erzählt, er habe ein Jahr ohne seine Familie abgesessen, seinen Vater nur einmal für zwei Tage gesehen und Bruder und Mutter ein Jahr lang gar nicht. Je länger die Zeit dauert, desto unruhiger werden die beiden. Sie vertreiben sich die Zeit mit Einfällen wie „Ketchup-Dodgeball“ und gespielten Notfällen.

Tag 30: Die Bibliothek und der erste ernste Streit

Nach einem Monat öffnet Jimmy eine Bibliothek mit Hunderten Büchern, Zeitschriften und einem alten Computer mit Tetris und Minesweeper. Der Zugang ist kostenlos, aber nur einer der beiden darf für die verbleibenden 70 Tage eine Stunde täglich hinein. Bücher mitzunehmen ist streng verboten. Lenny entdeckt eine Bibel und erklärt, das sei das einzige Buch, das er brauche. Ian versucht bereits bei der Führung, ein Buch einzustecken. Jimmy lässt ihnen zwei Stunden zum Verhandeln.

Die Verhandlung wird zur bis dahin schärfsten Auseinandersetzung. Ian vermutet, die Bibliothek solle sie gegeneinander aufbringen, und meint, sie müssten das Angebot annehmen, weil es ein zu schönes Geschenk sei. Offen bleibe nur, wer es bekomme. Lenny argumentiert, die Bibel bringe ihn durch die nächsten 70 Tage und sei für ihn keine Unterhaltung. Ian fragt zurück, ob es ein Problem sei, nicht religiös zu sein. Lenny weist das zurück. Ian sagt, es komme ihm vor, als ändere sich Lenny plötzlich ohne Grund, und schlägt vor, dann eben ganz auf Bücher zu verzichten.

Bei der Entscheidung überrascht Lenny dennoch alle: Er überlässt Ian die Bibliothek. Seine Begründung ist, dass Ian beim Hof ohne Zögern ja gesagt und damit akzeptiert habe, 25.000 Dollar zu verlieren. Die Bibliothek sei das Einzige, was Ian wirklich wolle, deshalb habe er sich revanchieren müssen. Ian nennt Lenny daraufhin einen guten Mann und Polizisten. Das hätte er von einem Polizisten nicht erwartet, er habe falsch gelegen.

Schmuggel, Kunst an den Wänden und der Laden an Tag 40

Ian nutzt die Bibliothek zunächst, um Lenny einzubeziehen: Er schreibt Bibelzitate ab und bringt sie ihm. Lenny sagt, er lebe gewissermaßen stellvertretend durch Ian. Doch schon am nächsten Morgen beginnt Ian, die Grenzen zu testen. Er schmuggelt herausgerissene Seiten mit Bildern heraus, um die Zelle zu dekorieren. Bald macht auch Lenny mit, und die Zelle verändert sich. Ian bezeichnet sich als Schmuggler-Häftling, versteckt Bücher an verschiedenen Stellen, unter anderem im Bad, und kündigt an, weiterhin so viele Bücher wie möglich zu beschaffen. Jimmy kommentiert, Ians kriminelle Seite sei trotz der ständigen Kameras wieder zum Vorschein gekommen.

An Tag 40 eröffnet Jimmy einen Laden, den das Team anhand der belauschten Gespräche der Häftlinge bestückt hat. Jeder Artikel kostet 10.000 Dollar vom Preisgeld, egal ob Mystery-Box oder ein Ball, der draußen einen Dollar wert wäre. Die beiden dürfen nur einzeln hinein, die Reihenfolge entscheidet Stein, Papier, Schere. Lenny gewinnt und kauft ausschließlich die Mystery-Box.

Ian dagegen gibt 30.000 Dollar aus, unter anderem für Feastables-Schokolade, einen Haarschneider, Melatonin, eine Schlafmaske und Ohrstöpsel für Lenny. Er weiß, dass Lenny wütend werden könnte, und sagt selbst, er sei im Gefängnis gelandet, weil er zu viel Geld ausgegeben habe. Er habe nicht widerstehen können, überall seien Dollarzeichen gewesen. Lenny reagiert verhalten: Hätte er etwas wirklich gebraucht, hätte er die 10.000 Dollar selbst ausgegeben. Dann öffnen sie die Mystery-Box, und darin liegen 20.000 Dollar. Die Box hat also Geld eingebracht. Mit den Einkäufen malen die beiden Bilder für die Wände, falten Papierflieger, und Lenny verpasst Ian einen Haarschnitt. Am Ende räumt Lenny ein, die Ohrstöpsel und das Melatonin seien genau zur richtigen Zeit gekommen und hälfen ihm, besser zu schlafen.

Tag 50: Der Familienbesuch, der die Stimmung kippen lässt

Was beide eigentlich wollen, gibt es im Laden nicht: Kontakt zur Familie. Lenny sagt, das Schwerste sei die Entfernung zu seiner Familie, und er würde Geld für einen Anruf ausgeben.

An Tag 50 zeigt Jimmy den beiden zunächst Aufnahmen davon, wie Ian Bücher in der Hose versteckt und später ganz ungeniert offen hinausträgt. Dann eröffnet er, dass ihre Familien draußen in einem Gefängnisbus warten. Eigentlich hätten beide sie kostenlos sehen sollen, wegen des Regelbruchs darf es nun aber nur einer. Es soll die einzige Gelegenheit bis zum Ende der 100 Tage sein.

Ian überlässt den Besuch Lenny. Lenny sagt, das ehre ihn, so wie er Ian geehrt habe. Er fügt aber hinzu, es sei auch ein bisschen Ians Schuld, dass sie bestraft würden. Ian ruft, Lenny arbeite mit der Polizei zusammen. Jimmy lässt daraufhin alle geschmuggelten Gegenstände beschlagnahmen und verkündet eine letzte Überraschung: Lennys Familie darf bleiben, so lange er will, aber Ian kommt so lange in Einzelhaft. Auf Jimmys Bemerkung, hätte er doch nur keine Bücher herausgebracht, antwortet Ian, er werde es weiter tun.

Lennys Kinder begrüßen ihren Vater und finden es „total seltsam“, ihn in Orange statt in Blau zu sehen. Lenny sagt, der Besuch gebe ihm neue Kraft bis Tag 100. Er fühle sich glücklich, aber zugleich wie ein schrecklicher Mensch. Ian hört derweil in der Isolation die glückliche Familie, fühlt sich „eingesperrt wie ein Hund“ und wird nach eigener Aussage mit jeder Minute wütender. Er spricht von etwas „wie PTSD“.

Als Ian zurückkommt, eskaliert der Konflikt. Er hat Lenny in der Zelle einen Spitznamen gegeben: „Lenny der Berüchtigte“. Er wirft ihm vor, die Bücher verpetzt und behauptet zu haben, der Schmuggel sei Ians Idee gewesen. Lenny hält dagegen, Ian habe sich freiwillig gemeldet, und ohnehin sei alles aufgezeichnet worden. Ian beharrt, die Produktion habe nicht gewusst, dass die Bücher unter dem Bett lagen. Lenny sagt, er habe sich für das Team geopfert, und warnt Ian, aufzupassen, was er sage. Danach reden die beiden deutlich weniger. Ian will weder Schach noch Basketball spielen, nennt sich deprimiert und sagt zur Hälfte der Challenge, er sei bereit, nach Hause zu gehen. Weil jeder jederzeit gehen kann und dann beide alles verlieren, muss Lenny laut Jimmy einen Weg finden, die Freundschaft wiederzubeleben.

Tag 60 und 70: Fernseher abgelehnt, Geduld am Ende

Das Angebot an Tag 60 soll die beiden wieder zusammenbringen: ein alter Fernseher mit Videorekorder, ältere Filme und Brettspiele, eine Stunde täglich für die restlichen 40 Tage zum Preis von 30.000 Dollar. Die beiden halten das für einen schlechten Deal, zumal sie in einer Stunde nicht einmal einen Film schaffen würden. Sie lehnen ab. Als Jimmys Helfer Chandler den Fernseher wegträgt, lässt Jimmy Ian durchsuchen und findet in dessen Unterhose bereits eingesteckte Filme.

Danach verschlechtert sich die Stimmung weiter. Ian sagt, er fühle sich alle zehn Tage schlecht behandelt: keine Familie, keine Anrufe, er fühle sich erneut betrogen. Lenny merkt, dass seine Geduld schwindet, weil Ian sich ständig beschwere. Inzwischen sagt auch Lenny, es würde ihm nicht schwerfallen, früher zu gehen. Würde man ihm anbieten, mit weniger Geld zu gehen, würde er sofort annehmen. Ian spottet über Lenny als „Spion-Häftling“ und kann nach Jimmys Einschätzung manche Dinge nicht loslassen. Weil Jimmy für Tag 80 das größte Angebot plant, gibt er den beiden an Tag 70 bewusst nichts, damit sie die Dinge selbst klären.

Tag 80: Ein 900-Kilo-Felsbrocken als letzte Chance

Mit noch 20 verbleibenden Tagen sieht es für Jimmy so aus, als würden die beiden scheitern. Sein nächstes Angebot beschreibt er als Chance, die Freundschaft wieder aufleben zu lassen, oder als den Faktor, der das Ende des Videos bedeuten könnte. Im Hof steht ein 900 Kilogramm schwerer Felsbrocken, in dem ein Schlüssel zu einer Kiste mit 100.000 Dollar steckt. Die beiden haben zehn Tage lang je eine Stunde, um den Fels zu zerschlagen. Wer das Risiko eingeht, zahlt sofort 50.000 Dollar, und es gelingt nur, wenn beide zusammenarbeiten. Ian hält das für unmöglich, für einen „Hochrisiko-Überfall“. Trotzdem sagen beide zu.

Die erste Stunde hämmern sie ununterbrochen, mit kaum sichtbarem Ergebnis. Ian sagt, er glaube, sie hätten die 50.000 Dollar verloren. In der zweiten Stunde übernimmt Ian vor allem die Rolle des Anfeuerers, und am vierten Tag sitzt er die ganze Stunde auf der Bank und schaut zu. Lenny ist enttäuscht und erschöpft und mahnt, sie müssten ein Team sein. Am nächsten Morgen ändert Ian seine Herangehensweise komplett. Als Lenny nicht mehr kann, springt Ian ein, und mit einem Meißel entstehen große Risse. Doch in der sechsten Stunde gelingt wieder gar nichts, und einer der beiden kündigt an, aufzuhören, falls sie die 50.000 Dollar verlieren.

Ian schließt daraus, dass Kraft allein nicht reiche, man brauche Wissen. In der Bibliothek findet er ein Buch über Steine und reißt die passenden Seiten heraus. Der erste Tipp, ein Hebel, bringt nichts, weil der Fels zu schwer ist. Zwei Tage vor Schluss kehrt Ian zum Buch zurück und findet den Hinweis, den Meißel an einer Schwachstelle anzusetzen. Daraufhin bricht der Fels in zwei Hälften. Am Ende der neunten Stunde schätzen die beiden ihre Chancen auf fünfzig-fünfzig. In der letzten Stunde legen sie den Schlüssel frei, kämpfen bei herunterzählender Zeit noch mit einer Betonschicht und holen ihn mit etwas mehr als zehn verbleibenden Minuten heraus. Die 100.000 Dollar gehören ihnen. „Polizist und Verbrecher! Für immer“, jubeln sie.

Die letzten Tage: Geburtstag, ein gestohlener Computer und ein Polizist auf der „dunklen Seite“

An Tag 90 bietet Jimmy nichts an und kündigt für Tag 99 „etwas sehr Brutales“ an. Er erinnert daran, dass Ian das ganze Video über seiner Vergangenheit treu geblieben sei, und deutet an, dass er an Tag 99 die Chance haben werde, den gesamten Jackpot zu stehlen.

An Tag 91 hat Ian Geburtstag, seinen dritten im Gefängnis, wie er sagt. Lenny überrascht ihn am Morgen, und Ian nennt ihn einen wirklich guten Mann. Weil es kaum noch etwas zu tun gibt, starten die beiden die „Operation Computer“ und holen gemeinsam den Rechner aus der Bibliothek. Jimmy sagt, normalerweise würde er sie bestrafen, warte aber angesichts von Tag 99. Er findet es poetisch, dass ausgerechnet das Stehlen den Polizisten und den Verbrecher verbunden habe. Ian freut sich, dass Lenny „der dunklen Seite nachgibt“ und ihn inzwischen sogar zum Regelbruch ermutige. Lenny sagt, er sei als Polizist froh über diese Erfahrung, weil er nun verstehe, wie es sich anfühlt, auf der anderen Seite der Gitter zu sein. Auf die Frage, ob sie draußen Freunde bleiben würden, antworten beide, sie seien eng verbunden.

Tag 99: Der rote Knopf

Die letzte Prüfung: Beide kommen für 24 Stunden in getrennte Isolationszellen. In jeder Zelle gibt es einen Knopf. Wer ihn vor Ablauf drückt, verlässt sofort die Zelle und nimmt das gesamte verbliebene Preisgeld von 480.000 Dollar mit, der andere geht leer aus. Ob der andere gedrückt hat, erfahren sie erst, wenn der Timer auf null steht.

Jimmy sät gezielt Zweifel. Lenny erinnert er daran, dass Ian Bücher und Filme gestohlen habe, die Isolation hasse und gesagt habe, er gehe nicht noch einmal hinein, nicht einmal für Geld. Lenny antwortet, er glaube, Ian werde es tun, und er würde den Knopf vor ihm drücken. In der Zelle zweifelt Lenny, ob es klug war, einem wegen Betrugs Verurteilten zu vertrauen, der mit einem Knopfdruck 480.000 Dollar bekommen kann. Zugleich sagt er, nach allem, was sie durchgemacht hätten, scheine ein Verrat unmöglich.

Ian, der nach Jimmys Angabe Angst vor engen Räumen hat, deckt den Timer mit einem Beutel ab, weil er ihn nervös macht. Beide denken laut darüber nach, was sie mit dem Geld tun könnten. Ian könnte mit einem Schlag alle seine Schulden bezahlen. Auf die Frage, ob er dafür Lenny übers Ohr hauen würde, sagt er: „Vielleicht ja.“ Er kommt zu dem Schluss, er habe in diesen 100 Tagen Schlimmeres durchgemacht als Lenny, vor allem ohne Familienbesuch und mit doppelt so viel Zeit in Isolation. Lenny denkt an die Ausbildung seiner Kinder, ein neues Auto und vielleicht ein weiteres Haus. Ein Weggang Ians wäre für ihn verheerend, er habe genauso hart gearbeitet. Wenn Ian die 24 Stunden nicht durchhalte, bedeute das, dass sein „Verbrechergeist“ derselbe geblieben sei. Zum Schluss sagt Lenny, er hoffe, Ian sei noch da, wenn alles vorbei ist.

Nach Ablauf der Zeit werden beide in die Mitte gerufen, wo schwarze Zelte die beiden Bereiche trennen. Sind beide dort, wird geteilt. Steht nur einer da, war die Zeit für den anderen umsonst. Die Zelte fallen, und beide stehen da: Keiner hat den Knopf gedrückt. Jeder erhält 240.000 Dollar, die Familien kommen zur Feier herein, und Jimmy entlässt die beiden als freie Männer mit dem Wunsch, dass sie nie wieder im Gefängnis landen.