2.000 erste Schritte: Ein Video über Prothesen, Kosten und eine Versorgungslücke

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Überblick

Das Video beginnt mit einem klaren Ziel: Das Team will 2.000 Menschen helfen, wieder zu laufen. Laufen sei für die meisten selbstverständlich, für Millionen Amputierte weltweit aber kein Luxus, den sie haben, heißt es zum Auftakt. Die Moderation kündigt an, dies sei anders als alles, was der Kanal bisher gemacht habe. Neben den einzelnen Momenten, in denen Menschen ihre ersten Schritte machen, geht es vor allem um eine Frage, die am Ende offen bleibt: Warum hängt die Versorgung mit Prothesen so oft davon ab, ob zufällig jemand von außen einspringt?

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Erste Begegnungen: Stephanie, Colleen und weitere Betroffene

Zu Beginn kommen mehrere Betroffene kurz zu Wort. Eine Person berichtet, sich 2020 bei einem Unfall beide Knöchel zertrümmert zu haben. Über eine andere heißt es, die Ärzte hätten bei der ersten Erkrankung nicht damit gerechnet, dass sie ein weiteres Jahr überleben würde. Eine dritte Person erzählt, mit 17 einen Autounfall gehabt und so die Füße verloren zu haben.

Den Anfang macht Stephanie. Sie ist nervös und erzählt, seit 2009 nicht mehr alleine gelaufen zu sein, also seit fast 15 Jahren. Sie bekommt ein neues Bein, sagt beim Anziehen, es fühle sich „wunderbar“ an und passe gut, und steht zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder selbstständig. Ihr Vater ist dabei. Er sagt, er sei froh, dass sie nun tun könne, was sie möchte, und „kein Gefangener mehr“ sein müsse. Die beiden können sich nun auf Augenhöhe ansehen und tanzen, was sie im Video dann auch tun.

Danach wird Colleen versorgt, die seit sieben Monaten nicht mehr gehen konnte. Sie beschreibt es als „unglaublich“, noch eine Chance zu bekommen. Kurz erwähnt werden außerdem David, Adrian, Linda und Kharid, denen ebenfalls geholfen wurde. Die Moderation betont, dass das ohne die Unterstützung von Fachleuten nicht möglich gewesen wäre.

Was eine Prothese kostet und warum das ein Problem ist

Auf die Frage, was eine solche Prothese typischerweise kostet, nennt eine Fachperson eine Spanne von 5.000 bis 50.000 (im späteren Verlauf als Dollar beziffert). Laut der Moderation konnten sich die meisten Menschen im Video keine Versicherung leisten oder waren nicht ausreichend abgesichert. Ohne die Hilfe hätten sie vielleicht nie wieder laufen können.

Die Frage, was man tut, wenn die Versicherung nicht zahlt, beantwortet ein Betroffener so: Man hoffe, sammle Spenden und bete, dass jemand wie das Team vorbeikomme. Ein anderer Betroffener schätzt, dass er etwa zehn Jahre gebraucht hätte, um sich die Prothese selbst zu finanzieren. Die Moderation reagiert ungläubig, nennt das „offensichtlich nicht in Ordnung“ und lässt durch einen Teamkollegen, Chandler, 10.000 Dollar überreichen. Der Mann sagt, er sei mit einem Bein gekommen und gehe nun mit zwei Beinen und einem Koffer voller Geld. Er nennt es den besten Tag seines Lebens. Die Prothese fühle sich „so echt“ an, „wie ein Teil von mir“.

Alltag ohne Gehfähigkeit: Greg

Eine Erkenntnis aus dem Prozess formuliert die Moderation so: Wer die Fähigkeit zu laufen verliert, verliert auch die Fähigkeit, die grundlegendsten Dinge des Lebens zu tun. Greg beschreibt, dass alles doppelt so anstrengend sei wie früher. Er habe früher ständig mit der Familie Tennis gespielt, wäre inzwischen aber schon froh, einfach stehen und abwaschen zu können. Mit dem neuen Bein steht er sofort auf und sagt, das Gefühl „zaubert ein Lächeln ins Gesicht“.

Travis und die Hochzeit seiner Tochter

Bei Travis geht es um einen konkreten Anlass, den er nicht im Sitzen erleben will: Seine Tochter plant ihre Hochzeit, seit sie drei oder vier Jahre alt war, und hat immer davon geträumt, dass ihr Vater sie zum Altar führt. Travis erzählt, er sei früher sechs bis sieben Tage pro Woche gelaufen, wenn ihm langweilig war. Mit 17 hatte er einen Autounfall, bekam eine Osteomyelitis und verlor so beide Füße. Auf die Frage, wie lange er nicht mehr normal gelaufen sei, sagt er, er wisse nicht mehr, was normal sei.

Er erhält ein rechtes und ein linkes Bein und läuft schnell sicher. Die Moderation merkt an, er laufe besser als manche Menschen mit nur einem Bein. Am Ende geht er sogar ohne sich festzuhalten. Er sagt, er werde damit sicher wieder laufen, und kündigt an, seine Tochter nicht nur zum Altar zu führen, sondern auch den Vater-Tochter-Tanz zu machen.

Außerdem hatte das Team den zukünftigen Ehemann vorab gefragt, wie viel die Hochzeit kostet. Der genaue Betrag steht auf einem Rollstuhl, und das Team übernimmt die gesamten Kosten. Auf die scherzhafte Frage, ob sie eingeladen seien, sagt die Familie ja.

Guatemala: Das Range of Motion Project und recycelte Komponenten

Die Moderation weist darauf hin, dass zwar alle Prothesen im Video bezahlt werden, das aber nicht immer so sein wird. Wenn 5.000 bis 50.000 Dollar schon für die meisten Menschen zu teuer seien, sei dieser Preis in Entwicklungsländern noch schwerer zu stemmen. Deshalb reist das Team nach Guatemala zu David, der das Range of Motion Project (ROMP) gegründet hat, um den Mangel an Prothesen für Bedürftige anzugehen.

David erklärt, Prothesen würden für arme Menschen oft dadurch zugänglich gemacht, dass man ihnen schlechte Technik gibt. Der hohe Preis komme durch sehr teure Technologien zustande. Laut dem Video hat David einen einfachen Weg gefunden, Qualität zu einem Zehntel der Kosten zu erreichen: ein weltweites Lager recycelter Komponenten. Alles im gezeigten Raum stammt aus anderen Prothesen, ein Großteil davon ist laut David noch funktionsfähig. Zuschauer werden aufgefordert, nicht mehr benötigte Prothesen über eine Website zu spenden. Nach Darstellung der Moderation kann ROMP so günstig arbeiten, dass auch den Ärmsten weltweit geholfen werden kann, und das Team selbst kann dadurch noch mehr Menschen in Guatemala helfen.

Die gezeigten Ergebnisse reichen von Motorradfahren und Fußballspielen bis zu kleinen Alltagsfreuden. Eine Person sagt, das Erste, was sie tun wolle, sei mit der Familie spazieren gehen; es sei, als habe sie ihr Leben zurückbekommen. Auch ein Kind gewinnt seine Selbstständigkeit zurück. Die Moderation fasst zusammen, dass ein neues Glied in jedem Lebensabschnitt alles bedeuten könne.

Patienten, die nicht zur Klinik kommen können

Ein weiteres Problem ist die Erreichbarkeit. David beschreibt Guatemala als bergiges, schwer zugängliches Land mit Flüssen und Dschungel, die Patienten durchqueren müssen. Nicht gehen zu können bedeute daher, im eigenen Haus gefangen zu sein. Deshalb muss David manchmal Patienten zu Hause besuchen. Wie sich herausstellt, hat ROMP dafür jedoch keinen Truck. Laut Video fließt ein Großteil der Ressourcen in Personal und Prothesen, sodass für ein zuverlässiges Fahrzeug kein Geld bleibt.

In Absprache mit seinem Team, aber ohne Davids Wissen, steht daraufhin ein neuer, mit ROMP beschrifteter Truck im Wert von 65.000 Dollar bereit, ausgestattet für schwieriges Gelände. Er wird sofort für eine Fahrt genutzt, um Beine zu verteilen. Je weiter es aus Guatemala-Stadt hinausgeht, desto deutlicher wird laut Moderation, dass David nicht übertrieben hat. Ziel ist ein Haus im Dschungel an der Flanke eines Vulkans. Mit einem normalen Auto hätte man diese Straße nicht befahren können, heißt es.

Dort lebt Kevin, der vor 24 Jahren bei einem Unfall schwer verbrannt wurde und beide Beine verlor. Das Gelände ist so unwegsam, dass ihn jemand im Rollstuhl schieben muss. Mit den neuen Prothesen läuft er den Vulkanhang hinunter zu seiner Mutter. Er sagt, viele hätten mit Problemen zu kämpfen, und er danke Gott, dass sich ihre Wege gekreuzt hätten. Kevin war laut Video die 71. Person, der das Team wieder zum Laufen verholfen hat.

Ecuador: Kelly, Eduardo und die Bergwanderung

Gemeinsam mit David geht es weiter nach Ecuador. Kelly ist sechs Tage aus Bolivien angereist, ohne zu wissen, ob sie überhaupt eine Prothese bekommt. Sie habe ihr Land noch nie verlassen und es trotzdem riskiert. Die Moderation sagt dazu, genau deshalb mache man dieses Video. Nach zwei Jahren ohne Gehen macht Kelly ihre ersten Schritte und fragt sofort, ob sie tanzen könne, und zwar mit dem Moderator. Der sagt, er wisse nicht, was er tue, tanzt aber mit. Kelly sagt, es fühle sich „echt“ an.

Der fünfjährige Eduardo hat seit Monaten nicht laufen können. Laut seiner Mutter musste er sich oft auf dem Boden fortziehen und schämte sich sogar dafür, kein Bein zu haben. Er küsst seine neue Prothese. Außerdem werden ein Mädchen, das seit über einem Jahr nicht gelaufen ist, und Fede versorgt. Fede bekommt eine kostenlose Prothese, nennt sie einen „Segen“ und beschreibt das Laufen als „riesiges Glücksgefühl“. Die Moderation nennt dieses Video ihr Lieblingsvideo.

In Ecuador wurden laut Video 50 Amputierte unterstützt. David hat dort ein Ritual: Mit neu versorgten Patienten besteigt er einen Berg, um die Prothesen einzulaufen. Seine Begründung: Wer diesen Berg schaffe, schaffe auch den Alltag. Er meint, wer mit einer Behinderung einen neuen Gipfel erreiche, spüre vielleicht, dass alles andere auch möglich sei. Die Moderation gibt zu, den Sinn der Wanderung anfangs nicht ganz verstanden zu haben, findet den Aufstieg selbst „ziemlich schwierig“ und staunt über einen Mann, der vom Nichtlaufen direkt zur Bergwanderung übergeht. Oben sagt die Moderation, sie habe Ausdauer und Ehrgeiz wie bei diesen Amputierten noch nie gesehen; bei der Reise gehe es darum, niemals aufzugeben.

Kenia und weitere Stationen

In Kenia geht es um Kinder, die ihre Beine noch haben, sie aber ohne teure Operationen nicht nutzen können. Das Team bezahlt die Eingriffe. Manche Kinder waren laut Video vor der Operation noch nie gelaufen. Ein Kind erzählt, es sei beim Laufen oft gestürzt, ohne zu wissen warum, sei von Mitschülern ausgelacht worden und habe deshalb manchmal nicht zur Schule gehen können. Jetzt könne es wie andere Menschen laufen. In der Klinik richtet das Team zusätzlich einen neuen Spielraum ein.

Danach zieht das Video das Tempo an: Das Team reist durch Afrika und weiter auf die Philippinen, nach Kambodscha und nach Sri Lanka. Die Betroffenen kommen nur noch kurz zu Wort. Eine Person sagt, ihre Familie, ihr finanzieller Status und alles, was sie kenne, werde sich verändern. Andere sprechen von einer zweiten Chance und davon, sich wieder lebendig zu fühlen. Am Ende hat das Team nach eigener Darstellung 2.000 erste Schritte miterlebt.

Die Hochzeit

Zum Abschluss besucht das Team die Hochzeit von Travis' Tochter und witzelt, was seltsamer sei: auf der Hochzeit von Leuten zu sein, die man vor 24 Stunden kennengelernt hat, oder Nolans Hemd. Travis führt seine Tochter mit den neuen Beinen zum Altar, das Paar wird als Herr und Frau Anderson vorgestellt. Travis sagt, das sei einfach unglaublich gewesen. Die Moderation sagt, dieser Moment habe sie darüber nachdenken lassen, wie viele Leben durch das Video verändert worden seien.

Ein ungewöhnlicher Schluss: Kritik an der Versorgungslage

Am Ende wendet sich die Moderation direkt an das Publikum und will das Video anders beenden als sonst. Einige der Menschen im Video hätten eine Versicherung gehabt und seien trotzdem abgelehnt worden, andere seien versichert gewesen, aber nicht ausreichend. Dass ihre einzige Hoffnung auf eine Prothese, mit der sie wieder laufen und einen Job finden können, ein einspringender YouTuber sei, nennt die Moderation „absurd“.

Eine Lösung bietet das Video nicht an. Die Moderation sagt ausdrücklich, sie wisse nicht, was die Lösung sei. Sie wolle das Problem aber ansprechen, damit die rund 100 Millionen Zuschauer davon inspiriert werden können, denn was sie beim Dreh gesehen habe, sei „einfach nicht in Ordnung“.