100 Stunden in den Pyramiden von Gizeh: Wer hat sie gebaut, und wo liegt der Pharao?

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Überblick

MrBeast (Jimmy) und sein Team bekommen nach eigener Darstellung für 100 Stunden nahezu uneingeschränkten Zugang zu den großen Pyramiden Ägyptens. Dazu gehören auch Orte, die für normale Besucher verboten sind, weil sie gefährlich oder empfindlich sind. Das Video folgt zwei Fragen. Die erste lautet, wo die Körper der Pharaonen tatsächlich liegen. Die zweite, wer die Pyramiden gebaut hat: die alten Ägypter, wie die Ägyptologen sagen, eine ältere Zivilisation oder gar Aliens, wie es im Internet heißt. Begleitet wird die Gruppe von dem Guide Ramy, dem Direktor des Gizeh-Plateaus Ashraf und dem Archäologen Dr. Zahi Hawass. Die Expedition beginnt in der Cheops-Pyramide und endet am höchsten zugänglichen Punkt in ihrem Inneren.

13 Min. Lesezeit

Erster Tag: Große Galerie und Königskammer des Cheops

Der Einstieg führt durch einen Gang der Großen Pyramide in die sogenannte Große Galerie und weiter zu dem Raum, den Ägyptologen als Grab des Königs Cheops bezeichnen. Ramy nennt Cheops den Pharao, der „möglicherweise" den Bau der Pyramiden angeordnet hat, und datiert die Pyramide auf etwa 4.500 Jahre. Auf Jimmys Frage, welchen Prozentsatz der Pyramide man bisher gesehen habe, antwortet Ramy, man werde das vielleicht nie wissen.

In der Königskammer wird diese Vorsicht deutlicher. Die Kammer könnte vor rund 4.600 Jahren den mumifizierten König enthalten haben, sie gilt aber nur als das, was man „für den letzten Ruheort hält". Jimmy fragt, warum man das nicht sicher weiß. Ramy vermutet, dass es irgendwo in der Pyramide eine weitere, noch unentdeckte Kammer geben könnte, in der der Körper des Königs liegt. Jimmy kündigt daraufhin an, man werde die Pyramiden von Hunderten Metern unter der Erde bis zum höchsten Punkt erkunden. Diese Frage zieht sich durch das ganze Video.

Abends zeigt Jimmy das Basislager mit Esstisch, Zelten und Scheinwerfern, die die Pyramiden anstrahlen. Bei dieser Gelegenheit benennt das Video die konkurrierenden Theorien: Wegen ihrer für die Zeit fortschrittlichen Technik schreiben manche die Pyramiden einer präägyptischen Zivilisation zu, andere Aliens. Die Ägyptologen sind dagegen überzeugt, dass die frühen Ägypter sie als Königsgräber errichtet haben. Bis zum Ende des Videos will Jimmy herausfinden, welche Sicht stimmt.

Die Chephren-Pyramide: Verkleidung, Lagerraum und Graffiti

Die zweite Station ist die Pyramide des Chephren. Laut Ramy ist sie besonders, weil an ihr noch zu sehen ist, wie die äußere Verkleidung aller Pyramiden einst aussah. Jimmys Scherz, das sei gleich nach dem Bau durch die Aliens gewesen, weist Ramy mit „Keine Aliens!" zurück.

Ramy führt die Gruppe fast 30 Meter unter die Erdoberfläche, an einen Ort, an dem laut Video kaum ein Mensch der Moderne gewesen ist. Zuerst kommen sie in eine Kammer voller Kartons und Material. Lange Zeit hielt man sie für die Grabkammer des Chephren, heute dient sie als Lager für Werkzeuge der laufenden Restaurierung. Daraus folgt für Jimmy, dass es eine „echte" Grabkammer geben muss. Ramy führt die Gruppe dorthin, zu dem Raum, von dem man annimmt, dass er einst den Körper des Königs beherbergte.

Dort entdecken sie ein Graffiti mit Datum. Es stammt von dem Mann, der das Grab entdeckt haben will. Ramy formuliert das ausdrücklich als Behauptung des Mannes. Auf Jimmys Frage, ob es respektlos sei, sich in den Sarkophag zu legen, antwortet Ramy halb im Scherz, man solle sich weniger um Respekt als um den Fluch sorgen. Die Gruppe geht. Jimmy hält fest, dass das Königsgrab nicht viele ihrer Fragen beantwortet hat.

Der Osiris-Schacht: Schädel, Wasser und Sauerstoffmangel

Mehr Antworten erhofft sich die Gruppe vom sogenannten Grab des Gottes Osiris tief unter den Pyramiden, das als „Portal zur Unterwelt" gilt und wo laut Video nur sehr wenige Menschen je waren. Der Abstieg erfolgt über eine riesige Leiter. Auf die Frage, was bei einem Sturz passiere, heißt es, man würde definitiv sterben. Unterwegs stößt die Gruppe auf menschliche Überreste, die als etwa 3.000 Jahre alt bezeichnet werden, darunter ein Schädelteil.

Vor dem letzten Abschnitt bestätigt der Guide, dass man so tief unter der Erde wegen Sauerstoffmangels ohnmächtig werden könne. Chandler steigt hinab, steht im Wasser und bemerkt die dünne Luft. In der Mitte des Raumes steht der Sarkophag, der angeblich das Tor zur Unterwelt sein soll. Oben in einer Ecke entdeckt die Gruppe einen Schacht, der „zu einem unbekannten Ort" führt. Gegen die Einwände der anderen klettert Karl hinein. Karl beschreibt eine Biegung, die immer enger wird, bis nur noch etwa ein Zentimeter Platz bleibt und ein Weiterkommen unmöglich ist. Inzwischen ist die Gruppe länger unten, als es der Sauerstoffgehalt zulässt, und kehrt so schnell wie möglich zurück. Was hinter der Engstelle liegt, bleibt offen.

Die Menkaure-Pyramide mit dem Direktor des Plateaus

Nach einem Kamelritt, bei dem ein Begleiter bestätigt, schon einmal gebissen worden zu sein, schließt sich Ashraf, der Direktor des gesamten Gizeh-Plateaus, der Gruppe für die dritte Pyramide an: die des Menkaure. Außen zeigt Ashraf erhaltenen Granit, der seit 4.600 Jahren überdauert hat, und vergleicht den Zustand mit einer Illustration des früheren Aussehens.

Jimmy hat die Erlaubnis erwirkt, Nolan ein Stück an der Pyramide hochklettern zu lassen, was normalerweise verboten ist. Ashraf spielt mit und befiehlt Nolan lautstark herunterzukommen. Nolan glaubt kurz, verhaftet zu werden, bis sich alles als abgesprochener Scherz herausstellt.

Im Inneren führt ein Schacht über 30 Meter unter die Erde zu einer Kammer mit dekorativen Schnitzereien, laut Video der allerersten dieser Art in der ägyptischen Geschichte. Ashraf beschreibt sie als Dekoration mit Scheintüren und sagt, keine andere Pyramide dieser frühen Zeit habe solche Dekorationen gehabt. Er datiert sie auf 4.600 Jahre. Es folgt eine Vorkammer. Als Jimmy nach einem oberen Raum fragt, erklärt Ashraf, dort sei nichts, nur ein Tunnel. Er war selbst nie oben, kann es aber von unten sehen. Jimmys Kommentar dazu: immer skeptisch bleiben.

Ein letzter absteigender Schacht führt zur Grabkammer, deren gewölbte Decke laut Ashraf das Gewicht ableitet. Auf Jimmys Frage, woher man das vor 5.000 Jahren wusste, antwortet Ashraf, wer eine Pyramide bauen könne, könne alles bauen. Die drei kleinen Pyramiden daneben ließ Menkaure laut Ashraf für seine drei Ehefrauen errichten. Die Gruppe nutzt das für Witze über Nolans Liebesleben.

Vor dem Abschied fragt Jimmy Ashraf direkt nach den Aliens. Ashraf hält dagegen, dass es in ganz Ägypten 124 Pyramiden gebe. Man habe nicht jedes Mal Aliens gerufen, damit sie eine bauen. Die Erbauer seien die Ägypter gewesen.

Die Sphinx: Ein angeblicher Goldtempel und ein Brief für die Zukunft

An der Sphinx übernimmt Dr. Zahi Hawass, den Jimmy als den Mann vorstellt, der hier „im Grunde alles entdeckt" habe. Jimmy hat online gelesen, unter der Sphinx sei ein Tempel voller Gold begraben, und will klären, wer recht hat: Zahi oder die Verschwörungstheorien. Zahi führt ihn zu einem engen Eingang. Drinnen findet Jimmy nur ein leeres Loch und hält als „offizielles Statement" fest, dass es in der Sphinx nichts gibt.

Anschließend vergraben die beiden einen Brief für die Zukunft. Auf die Frage, wie lange das Papier dort überdauern werde, schätzt Zahi Tausende von Jahren. Währenddessen fliegen die anderen Teammitglieder mit Genehmigung von Militär und Regierung im Hubschrauber über das Gelände. Zahi kündigt an, er werde auf dem Weg zur Spitze der Großen Pyramide Dinge zeigen, die er noch nie vor einer Kamera gezeigt habe.

Das Grab des Iymery: Alltagsleben statt Königsmythos

Vor dem Aufstieg führt Ramy die Gruppe in das Grab des Iymery, das für normale Besucher verboten ist. Ramy nennt Iymery den Hohepriester seiner Zeit, „quasi wie der Papst". Der Zutritt ist gesperrt, weil die 4.600 Jahre alten Farben nicht beschädigt werden dürfen. Ramy besteht deshalb darauf, die Wände nicht zu berühren, was zu Sticheleien gegen Nolan als „Wand-Anfasser" führt.

Inhaltlich macht Ramy hier einen wichtigen Punkt: Gräber wie dieses seien manchmal wichtiger als die Pyramiden, weil sie das tägliche Leben der Ägypter zeigen. An den Wänden sei dargestellt, wie Wein hergestellt wurde, vom Stampfen der Trauben bis zur Abfüllung. Jimmy vergleicht das mit einem 5.000 Jahre alten How-to-Video. Eine weitere Szene zeigt einfache Ägypter, die dem Hohepriester Opfergaben bringen: Brot und Bier, in der Übersetzung als „Ta und Henket" wiedergegeben.

Das Arbeitergrab: Skelette als Beleg

Am vierten Tag besucht die Gruppe mit Zahi die Gräber der Pyramidenbauer und nimmt an einer laufenden Ausgrabung teil. Laut Zahi wurden hier die Menschen begraben, die vor über 4.600 Jahren die Pyramiden gebaut haben. Anders als in anderen Gräbern gibt es kaum prächtige Malereien, weil diese Menschen arm waren. Ein Grab wird einem Mann namens „Nefer-thieth" zugeordnet.

Jimmy greift den naheliegenden Einwand selbst auf: Eine Inschrift, die hier Pyramidenbauer verortet, beweise noch nicht, dass es so sei. Überzeugt habe ihn erst ein Schädel im Boden. Jimmy fragt Zahi ausdrücklich, ob der Schädel dort hingelegt wurde, weil das Publikum das hinterfragen werde. Zahi verneint: Das Skelett liege genau dort, wo es gefunden wurde, und sei nicht bewegt worden. Jimmy darf beim Freilegen helfen und stößt auf eine Wirbelsäule.

Zahi erklärt, alle hier gefundenen Skelette, von Männern wie Frauen, zeigten Belastungsspuren im Rücken. Jimmy vermutet, das komme vom Bewegen zwei Tonnen schwerer Blöcke, und Zahi bestätigt. Für Jimmy ist das der Kern von Zahis Position gegen die Alien-These: Die Körper der Arbeiter liegen buchstäblich hier.

Der tiefste Punkt: Eine leere Scheinkammer

Bevor es nach oben geht, schlägt der Guide einen Abstieg zum tiefsten Punkt unter der Großen Pyramide vor, einen Schacht von rund 90 Metern. Auf Jimmys Frage, warum die Pharaonen keine bequeme Treppe gebaut hätten, antwortet Ramy, sie hätten ihre Mumien und Schätze schützen wollen, und genau das sei der Zweck einer Pyramide. Der enge Gang zieht sich laut Video über Hunderte Meter. Nach fast einer Stunde Kriechen klagen die Teilnehmer über schmerzende Knie und Schwindel. Ein Begleiter mit 1,95 Metern Körpergröße bereut seine Größe.

Unten liegt eine große Kammer, in der bei der Entdeckung nichts gefunden wurde. Ramy nennt sie „eine weitere Attrappe": Die Erbauer hätten all die Mühe auf sich genommen, nur um eine falsche Kammer anzulegen. Das wirft eine Frage auf, die Ramy selbst formuliert: Ist die bekannte Königskammer die echte oder ebenfalls eine Attrappe? Dann könnte der Körper des Cheops noch irgendwo in der Pyramide liegen. Das Video zieht daraus zugleich den Schluss, dies belege, dass die Pyramiden als Gräber der Könige gebaut wurden. Jimmy betritt anschließend den tiefsten Punkt der Pyramide.

Der Aufstieg zu den verborgenen Kammern

Für den letzten Teil darf Jimmy laut Zahi nur fünf Begleiter mitnehmen. Ausgewählt wird per Schere, Stein, Papier, und Nolan bleibt zurück. Der Weg führt wieder durch den Gang vom ersten Tag, diesmal aber zu den verborgenen Kammern über der Königskammer. Laut Video waren dort in den letzten 5.000 Jahren weniger als 50 Menschen. Der Aufstieg erfolgt über eine Leiter, die in einen winzigen Durchgang mündet. Ein Teilnehmer gesteht unterwegs seine Höhenangst.

Zahi erklärt, unter ihnen lägen zwei Kammern, die wichtigsten seien aber die Räume drei, vier und fünf. Die Gruppe arbeitet sich bis zur obersten Kammer vor, dem höchsten Punkt im Inneren der Pyramide. Dort stören zahlreiche Fledermäuse die letzten Minuten des Zeitlimits.

Die Arbeitergruppe des Khufu als Schlussbeweis

In der obersten Kammer zeigt Zahi eine Inschrift, die er als Namen einer der Arbeitsgruppen deutet, die die Pyramiden gebaut haben. Er übersetzt einzelne Bestandteile: Ein Wort bedeute „Team", ein anderes „Freunde", dazu eine Kartusche mit dem Namen Khufu (Cheops). Zusammen ergebe das „die Gruppe der Freunde (Bande) von Khufu", geschrieben vor 4.600 Jahren.

Jimmy fasst die Indizien des Videos zusammen: die Arbeitergräber, die Skelette mit Spuren körperlicher Arbeit und die ergebnislose Suche nach geheimen Räumen und Schätzen unter der Sphinx. Für Forscher sei dieses Graffiti der endgültige Beweis, dass die alten Ägypter die Pyramiden als Gräber ihrer Pharaonen gebaut haben. Zahi formuliert es so: Die Ägypter seien die Erbauer gewesen.

Offen bleibt die Frage vom Anfang, wo der Körper des Cheops liegt. Ramy hält eine unentdeckte Kammer für möglich, die Scheinkammer am tiefsten Punkt hat diesen Verdacht eher verstärkt, und der Schacht im Osiris-Grab endete an einer Engstelle. Jimmy schließt mit der Bemerkung, keine Ahnung zu haben, warum Ägypten all das erlaubt habe, und mit Dank an das Land.