Sieben Tage Einzelhaft: MrBeast im schalldichten weißen Raum

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Überblick

Jimmy, bekannt als MrBeast, will sieben Tage in einem schalldichten, komplett weißen Raum verbringen, ohne menschlichen Kontakt und ohne jede Stimulation. Das Video dokumentiert, wie sich Zeitgefühl, Stimmung und Verhalten über die 168 Stunden verändern. Es zeigt auch, wie die eigenen Einschätzungen des Teilnehmers immer weiter von der Realität abweichen. Am Ende steht kein Erkenntnisgewinn. Jimmy beschreibt die Erfahrung als unmenschlich und sagt, er hätte das nie getan, wenn er gewusst hätte, wie schwer es wird.

16 Min. Lesezeit

Die Ausgangslage: medizinische Warnungen und eine karge Ausstattung

Gleich zu Beginn wird das Experiment als psychologisch gefährlich eingeordnet. Deshalb sitzt draußen ein Arzt, der aufpassen soll, dass Jimmy nicht verrückt wird. Der Arzt sagt, er habe 23 Jahre in psychiatrischen Kliniken gearbeitet, und dieses Setting sei „viel schlimmer als alles, was ich je gesehen habe“. Nach seiner Aussage kann schon alles über 50 Stunden in einem solchen weißen Raum zu dauerhaften psychischen Schäden führen. Jimmy soll 168 Stunden bleiben. Er selbst nennt die Möglichkeit, tatsächlich den Verstand zu verlieren und in eine Psychose zu geraten. Für diesen Fall müsste man ihn herausholen, weil das dauerhaft schaden könne.

Jimmy hat zuvor schon sieben Tage lebendig begraben überstanden. Auf die Frage, ob dieses Experiment schwieriger sei, antwortet er: „Viel schwieriger.“ Von draußen kommt die Begründung, ihm fehlten jegliche soziale Kontakte. Ein Gehirn ohne Informationen werde verrückt und erzeuge Halluzinationen und Paranoia.

Zum Überleben hat Jimmy nur wenig: ein Bett, ein Notizbuch mit Stift, eine nachfüllbare Wasserflasche, Zahnbürste mit Zahnpasta, ein Stück Seife, eine Toilette und ein Waschbecken. Das Essen kommt über ein mehr als 30 Meter langes Förderband in den Raum, damit niemand Kontakt zu ihm aufnehmen muss. Jimmy weist selbst auf die Konstruktion hin. Das Set sei buchstäblich in Metallketten gewickelt, und bei einem Brand würde er wohl lebendig verbrennen, bevor jemand aufschließen könnte. Er will lieber an andere Dinge denken.

Erste Stunden: Fliesen zählen und warten auf Essen

Schon früh merkt Jimmy, dass es schwer wird, sich zu beschäftigen. In der neunten Stunde zählt er die Fliesen. An den Wänden sind es 1.900, mit Decke und Boden 2.860. Wichtiger ist ihm bald der Hunger. Rückblickend sagt er, er hätte vor dem Einschluss mehr essen sollen.

Seine erste Schätzung der verstrichenen Zeit liegt bei etwa 14 Stunden. Laut Video lag er damit schon um zwei Stunden daneben. Das Team erklärt die Methode: Die Mahlzeiten kommen zu zufälligen Zeiten, damit Jimmy die Uhrzeit nicht erraten kann. Um 18 Uhr schickt man ihm zum Beispiel ein Frühstück.

Wegen der Schalldämmung bemerkt Jimmy nicht, dass das Essen angekommen ist. Er findet es erst rund zwei Stunden später. Das Essen ist kalt und feucht, schmeckt ihm aber „fantastisch“. Er erklärt das damit, dass er so sehr der Möglichkeit beraubt sei, überhaupt etwas zu spüren.

Eine Metallplatte als Unterhaltung

Aus Langeweile beschäftigt sich Jimmy mit einer Metallplatte und findet das „irgendwie cool“. Draußen sieht man das als Warnsignal. Wenn er so etwas schon als Grundstimulation brauche, habe man Zweifel, dass er sieben Tage durchhalte. Bemerkenswert sei, dass einem Menschen, dem man alles wegnimmt, eine einfache Metallplatte so viel Spaß machen könne wie ein iPhone. Die Erfahrung wird als sehr entmenschlichend beschrieben, und es wird vorhergesagt, dass die Langeweile ihn unruhig machen werde.

Das Zeitgefühl kippt

Bei seiner nächsten Schätzung glaubt Jimmy, etwa 40 Stunden hinter sich zu haben. Laut Team liegt er sechs Stunden daneben. Tatsächlich ist es ungefähr 16 Uhr am zweiten Tag. Jimmy selbst verheddert sich in seiner Rechnung und fragt sich, warum er auf 16 Uhr gekommen sei und ob es nicht eigentlich schon 21 Uhr sein müsste. Seine erste Mahlzeit hatte er nach eigener Rückschau erst um 16:30 Uhr gegessen.

Der Verlust des Zeitgefühls führt zu weiteren Problemen. Jimmy kann nicht schlafen und macht dafür die grellen Lichter verantwortlich, die sein Gehirn durcheinanderbrächten. Er überlegt, einfach die nächsten fünf Tage liegen zu bleiben. Von draußen wird die Schlaflosigkeit anders erklärt: Jimmy müsse gar nicht schlafen, er wolle die Zeit nur verschlafen und hinter sich bringen. Eigentlich solle er etwas tun, das ihn im Wachzustand beschäftige. Als Jimmy an der Wand hochklettert, wird das als natürlicher menschlicher Drang nach Freiheit gedeutet, als Rückkehr zum Urinstinkt.

Paranoia am Förderband

Das Essen ist inzwischen eiskalt. Als die zweite Mahlzeit kommt, hat Jimmy das Gefühl, seit der ersten seien nur Minuten vergangen. Er weiß nicht, ob er beides essen soll. Er stellt Vermutungen an: Vielleicht habe das Team ein schlechtes Gewissen gehabt, weil er vom Frühstück wenig gegessen hat. Er hat keine Ahnung, wie lange die erste Mahlzeit schon auf dem Band stand. Draußen wird das als beginnende Paranoia gelesen, die mit der Zeit schlimmer werden könne. Dabei sei es erst der zweite Tag.

Weil er nicht weiß, was er tun soll, zählt Jimmy, so weit er kann, und kommt bis 1.000. Der Arzt kommentiert, in einer Situation ohne Beschäftigung sei es verrückt, sich dem einfach zu ergeben. Er prognostiziert, dass Jimmy die zufälligen Beschäftigungen ausgehen werden. Jimmy räumt in der Rückschau ein: „Der Arzt hatte Recht.“ Später in der Challenge sei er fast wahnsinnig geworden.

Verschlafen als Strategie und ihre Kosten

Jimmys Strategie war, möglichst viel zu verschlafen. Nach eigener Aussage half ihm das, die Zeit zu überbrücken, schadete ihm aber auf andere Weise. Er verschlief Mahlzeiten. Einmal stand Essen sieben Stunden auf dem Band und war matschig und kalt. Er hätte alles dafür gegeben, das Eis noch essen zu können.

Jimmy beschreibt auch eine emotionale Verschiebung. Normalerweise sei er sehr gestresst, weil sein Team an vielen Videos gleichzeitig arbeite. Jetzt fühle er sich nicht gestresst, aber sehr ängstlich, weil er glaube, viele coole Dinge in der Welt zu verpassen. Das sei ein anderes Gefühl, als er es gewohnt sei. Er staunt, wie schwer es ist, nichts zu tun, und sagt, die Langeweile mache ihm psychisch sehr zu schaffen.

Stunde 65: Handstand und ein imaginärer Park

Bei Stunde 65 versucht Jimmy, einen Handstand zu lernen. Er bedauert, sich vorher nicht die Grundlagen zeigen lassen zu haben. Der Arzt sagt voraus, Jimmy werde Konzepte erfinden müssen, die nur in seinem Kopf existieren, um sich vor schweren Depressionen zu schützen.

Genau das passiert. Jimmy stellt sich vor, durch einen Park zu gehen, mit grünem Gras, jemandem, der angelt, Sonne und Vogelgezwitscher. Als er gestört wird, ruft er: „Du hast meinen Spaziergang im Park ruiniert.“ Draußen kommentiert man, man sehe ihm beim Abrutschen in den Wahnsinn zu.

447 Reiskörner und ein verlorener Tag

Eine Mahlzeit mit Reis, Süßkartoffeln und Steak nennt Jimmy die beste der Challenge. Statt den Reis einfach zu essen, wie es jeder normale Mensch tun würde, zählt er ihn: 447 Körner auf dem Metalltablett.

Weil er müde ist, glaubt Jimmy, es sei die Nacht des fünften Tages. Laut Video hatte er da noch nicht einmal die Hälfte hinter sich und sich damit um einen ganzen Tag verschätzt. Er beschließt, im Badezimmer zu schlafen, wo es weniger hell ist. Das nennt er rückblickend seine klügste Entscheidung, denn dort schlief er tatsächlich zwölf Stunden am Stück.

Halbzeit: die SpaghettiOs-Botschaft

Nach 84 Stunden ist offiziell Halbzeit. Das Team will Jimmy das mit der nächsten Mahlzeit mitteilen, und zwar mit Buchstaben-SpaghettiOs, die durcheinandergemischt werden. Das Team meint, er könne die Buchstaben ja zusammensetzen.

Es kommt anders. Jimmy erkennt das Gericht nicht und fragt, was das sei. Vom Team kommt die Frage, ob er noch nie von SpaghettiOs gehört habe. Nach eigener Aussage hatte er auch den Namen anderer Dinge vergessen, etwa den eines Brötchens. Als er ein N entdeckt, jubelt das Team, doch Jimmy isst jeden gefundenen Buchstaben einfach weiter. Er hofft laut, die Buchstaben sollten nichts buchstabieren. Dass er das hätte erkennen und daraus ein Wort für mehr Essen bilden sollen, könne ja wohl nicht gemeint sein. Vom Team heißt es, Jimmy werde sich ziemlich dumm fühlen, wenn er das später sehe.

Hunger ohne Kalorienmangel

Die grellen Lichter setzen Jimmy nun stark zu. Er hat starke Kopfschmerzen und großen Hunger und fragt sich, was mit seinem Körper los sei. Von draußen heißt es, er bekomme alle Kalorien, die er brauche. Er fühle sich nur deshalb am Verhungern, weil er so unterreizt sei. Jimmy fragt am Ende immer wieder nach Essen. Einmal tut er etwas, das er „seltsam beruhigend“ findet, fragt dann aber selbst, ob er davon eine Gehirnerschütterung bekommen könnte. Auf den Rat, aufzuhören, hört er.

Eine McDonald's-Tüte beschreibt Jimmy als typisch für den Ablauf jeder Mahlzeit. Jedes Essen bringe ihm etwa 20 Minuten „pures Glück“. Er fühle sich wieder wie ein Mensch und könne nicht aufhören zu lächeln. In der Sekunde, in der er aufgegessen habe, komme eine Welle der Depression, weil sich die Frage stelle, was er jetzt tun solle. Die Sekunden verschwimmen, die Uhrzeit kann er nicht mehr schätzen, und er sagt, sein Verstand verforme sich langsam „zur Dummheit“.

Um sich besser zu beschäftigen, baut er aus dem Cheeseburger-Papier und dem Zahnbürstenbecher ein Basketballspiel, wechselt dann zu Baseball und wirft schließlich den unzerbrechlichen Teller seiner ersten Mahlzeit durch den Raum.

Tag vier: die Bitte, nicht aufzugeben

Am vierten Tag bittet Jimmy das Team, ihn nicht vorzeitig herauszulassen, egal wie sehr er bettle, schreie oder flehe. Sein Instinkt sagt ihm, er habe 113 Stunden geschafft und noch 55 vor sich. Er bittet die Person, die das Video schneidet, den Zuschauern die tatsächliche Restzeit zu zeigen, und hofft, dass sie bei etwa 55 Stunden liegt.

Von draußen wird vorhergesagt, Jimmy werde wütend und möglicherweise paranoid werden. Kurz darauf fragt er, ob ein Mann keine Privatsphäre haben dürfe, und zählt die Kameras auf, die ihn rund um die Uhr überwachen. Er überlegt, eine Kamera durch das Förderband zu werfen, behandelt das wie Bowling und trifft dabei seinen eigenen Finger.

Der Tiefpunkt

Danach wird Jimmy sehr ernst. Er habe stark unterschätzt, wie schwer dieses Video werde. Schon der Gedanke daran treibe ihm Tränen in die Augen. Er fühle sich wie ein Tier, als habe er alle Rechte als Mensch verloren. Seiner Schätzung nach ist der fünfte Tag zur Hälfte vorbei. Er vermisst seine Freundin und „die Gang“, sogar Nolan. Psychisch sei er am Tiefpunkt, das Ganze sei wirklich unmenschlich.

Inzwischen träumt er von sich selbst in diesem Raum. Im Traum glaubt er, es sei der sechste oder siebte Tag, und wacht dann enttäuscht auf. Er würde viel Geld bezahlen, um die Uhrzeit zu erfahren. Seine Schätzung von noch 33 Stunden begründet er mit drei Indizien. Er habe fünfmal geschlafen. Er gehe normalerweise einmal am Tag auf die Toilette und habe das seit Beginn fünfmal getan. Und im Nacken seien ihm Haare gewachsen, was sonst etwa eine Woche dauere. Wenn es trotzdem erst Tag fünf oder gar Tag vier sei, werde er den Verstand verlieren.

Nach einem Traum, in dem er bis 100.000 zählte, beschließt er, tausend Runden durch den Raum zu laufen. Beim Ansehen der Aufnahmen findet er das selbst verrückt. Er sei nur noch im Kreis gelaufen, um sich zu beruhigen. Tausend Runden seien viel zu viel, ihm werde schon schwindelig.

Besuch und Rache: die Teilnehmer von „100 Tage gefangen“

Zur Abwechslung bringt Karl die Teilnehmer zurück, die in einem früheren Video 100 Tage zusammen eingesperrt waren. Man zeigt ihnen die Gesichter des Mannes, der sie damals festhielt. Auf die Frage, ob Jimmys Situation leichter oder schwerer sei als ihre, antwortet eine Teilnehmerin, sie hätte lieber jemanden dabei, der mit ihr zusammen ist.

Bailey und Suzie nutzen die Gelegenheit zur Rache und schicken ein leeres Tablett. Eine von ihnen sagt, sie fühle sich überhaupt nicht schlecht, das sei eben, was er verdiene. Jimmy vermutet sofort, dass Karl aufgetaucht ist. Draußen bemerkt man, so viel Stimulation habe er seit Tagen nicht gehabt. Jimmy selbst räumt ein, er habe das wahrscheinlich verdient.

Schlaf als Flucht und wachsende Verzweiflung

Jimmy überlegt laut, wie es wäre, nach dem Tod für immer in einem solchen weißen Raum zu landen, und nennt das erbärmlich. Im Schlaf träume er von der Außenwelt, im Wachzustand sei er deprimiert, einsam und unglücklich. Je mehr er schlafe, desto glücklicher sei er.

Er zieht einen Vergleich zu früheren Challenges: sieben Tage auf einem Floß, sieben Tage lebendig begraben, jetzt sieben Tage Einzelhaft. Hätte er gewusst, wie schwer es wird, hätte er es nie gemacht. Sollte die eingeblendete Stundenzahl oben links höher als 20 sein, werde er den Verstand verlieren. Er fühle sich extrem einsam, vermisse seine Freundin und nennt es „die reinste Folter“. Draußen fragt jemand, ob er weine. Das Team beschreibt, er schlafe auf dem Boden, werfe mit Sachen, habe Wutanfälle und freue sich über Snacks wie ein Kind.

Die letzte große Fehleinschätzung

Jimmy glaubt, es seien noch acht Stunden, dann gehe die Tür auf. Er hofft und betet, dass es stimmt. Draußen weiß man, dass er die letzten Stunden durchschlafen will und dass ihm ein böses Erwachen bevorsteht. Als er seine „letzte Mahlzeit“ genießen will, sind es in Wahrheit noch genau 24 Stunden. Der Arzt nennt das besorgniserregend und sagt, er gebe ihm vielleicht noch zwei bis drei Stunden, dann gehe die Tür auf.

Jimmy erwartet jede Stunde, dass jemand hereinkommt, und will deshalb aufräumen. Dann gibt er zu, dass das nur eine Ausrede ist und ihm einfach langweilig ist. Er habe gehofft, durch das Experiment mehr geistige Klarheit zu gewinnen und etwas über sich zu lernen. Mitnehmen werde er aber nur die neu erworbene Fähigkeit, Dinge durch die Tür eines Förderbands zu werfen, und vielleicht nicht einmal die.

Dass noch mehr als 24 Stunden übrig sein könnten, weist er zurück. Er habe sein Limit erreicht und könne nicht noch 24 Stunden, er weigere sich, das zu glauben. Um die Zeit zu vertreiben, zählt er wieder, bis über 5.400. Er schwört, draußen etwas gehört zu haben. Dann wiederholt er immer wieder „Ich bin traurig“ und „Ich will nicht hier sein“ und fleht, man solle ihn herausholen.

Von außen wird das als „kaum menschlich“ beschrieben. Jimmy liegt im Bett und hält sich die Augen zu. Es sei absolut nicht das, was man sehen wolle. Es fällt die Sorge, er komme als neuer Mensch heraus. Er sei in eine Dysfunktion abgerutscht, und so weit habe man ihn noch nie getrieben. Als Grund wird genannt, dass ihm jeglicher menschliche Kontakt verwehrt wurde. Für die Öffnung der Tür gibt es die Anweisung, sanft zu sein, „wie ein kleines Kind, das vom Mittagsschlaf aufwacht“.

Die Tür geht auf

Zehn Minuten vor dem Ende macht sich das Team bereit. Beim Countdown merkt Jimmy, dass er keine Hose anhat, und zieht sie schnell an. Draußen sagt er, ihm sei ein bisschen schwindelig. Er habe irgendwie vergessen, wie man mit Menschen umgeht. Es sei erleichternd, nicht in grelles Licht zu starren, die Decke wirke geradezu fantastisch. Ein Begleiter sagt, er habe ihn lange nicht so glücklich gesehen. Jimmy gibt zu, er habe gedacht, die letzten 24 Stunden würden ewig dauern.

Er will die Sonne sehen und geht nach draußen. Dort stellt er fest, dass es dunkel ist. Selbst beim Verlassen des Raums wusste er also nicht, welche Tageszeit es war. Trotzdem sei es schön, die Welt draußen wiederzusehen.