Wie Aufrufe zu Mahlzeiten werden sollen: MrBeasts Ernährungsprojekte in Kenia, Ghana und den USA

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Überblick

Das Video beruht auf einem einfachen Versprechen. Jeder vollständige Aufruf soll Geld einbringen, und dieses Geld soll Menschen in Not mit Essen versorgen. MrBeast zeigt, was mit diesem Geld an Schulen in Kenia und Ghana und bei einer Organisation gegen Lebensmittelverschwendung in den USA geschieht. Dabei vertritt er eine klare These: Hunger hat je nach Ort unterschiedliche Ursachen und braucht deshalb unterschiedliche Lösungen. In Afrika geht es um fehlende Infrastruktur. In den USA geht es nach seiner Darstellung um weggeworfene Lebensmittel.

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Das Grundprinzip: Wer zuschaut, finanziert Essen

Zu Beginn erklärt MrBeast den Mechanismus. Wenn jemand das ganze Video anschaut, entsteht dadurch Geld. Je weiter sich das Video verbreitet, desto mehr Menschen sollen davon ernährt werden. Weil das Video viele Aufrufe bekomme, seien auch viele Menschen vor Ort, sagt er. In der ersten Szene verteilt er Essen. Am Ende dieser Aktion meldet er, dass 1.500 Menschen satt geworden seien.

Das Geld soll aber nicht nur in einzelne Mahlzeiten fließen. MrBeast zählt auf, was die Zuschauer laut ihm mitfinanzieren: Ackerland, große Küchen, Schulessen für Schülerinnen und Schüler und Maßnahmen gegen Kinderarbeit.

Kenia: Wenn mehr Kinder kommen, fehlen Tische

An der ersten Schule berichtet eine Person aus dem Umfeld des Programms, die Anwesenheit sei dank der Schulmahlzeiten stark gestiegen. Deshalb sei es naheliegend gewesen, auch die Klassenzimmer zu verbessern. Das Problem wird konkret gezeigt. Es gibt so wenige Tische, dass manche Kinder auf dem Boden sitzen. An einem Tisch sitzen vier Kinder, obwohl es nur zwei sein sollten. Das Team fragt nach, ob die Schule neue Tische möchte, und bringt dann für alle welche. Trotz der zusätzlichen Schüler habe jetzt jedes Kind einen Sitzplatz.

Ein Mitglied des Teams zieht daraus einen Vergleich. Die Szene zeige, wie viele Dinge man in Amerika und Europa als selbstverständlich ansehe. Etwas so Einfaches wie ein Tisch, damit man nicht auf Steinen sitzen müsse, habe die Woche der Kinder verbessert.

Danach geht es um die Versorgung selbst. Mit der bisherigen „Küche“, die im Video in Anführungszeichen gesetzt wird, könne die Schule unmöglich alle Kinder jeden Tag mit Frühstück und Mittagessen versorgen. Deshalb habe man eine neue Küche gebaut. Zusätzlich zur Renovierung der Schule seien ein Brunnen mit Wassertank, ein Gewächshaus und eine Farm entstanden. Der erklärte Anspruch lautet, der Schule alles zu geben, was sie braucht. Erst danach sagt MrBeast ausdrücklich, dass sich dieser Teil in Kenia abspielt.

Traktor und Gemeinschafts-Truck: Woher das Essen eigentlich kommt

Um auch Kinder an anderen Schulen zu erreichen, arbeitet das Projekt laut Video mit großen Farmen zusammen. Justice leitet die Oleleshwa-Farm. Er erklärt, dass sie aus zwei Teilen besteht. Die Ernte des einen Teils geht direkt an die Schulen. Die Ernte des anderen Teils wird an die umliegenden Gemeinden verkauft und finanziert so die Non-Profit-Organisation.

Weil die Farm von Hand bewirtschaftet wird, kann sie laut Video nicht genug für die Schulen produzieren. Das Team bringt deshalb einen Traktor mit. Eine Arbeit, die vorher 45 Minuten gedauert habe, brauche jetzt nur noch 45 Sekunden. MrBeast erklärt, warum ihm dieser Punkt wichtig ist. Auch wenn das Geld aus den Aufrufen an Ernährungsprogramme gespendet werde, entstehe das Essen nicht aus dem Nichts. Es müsse irgendwo produziert werden, und in diesem Fall komme es aus der höheren Effizienz des Traktors.

Als weitere Überraschung bekommt die Schule die Schlüssel für einen neuen Gemeinschafts-Truck. Damit soll sie überschüssiges Essen an Familien in der Gemeinde verteilen können. Im Truck seien bereits Vorräte für über 100.000 Mahlzeiten. Aus Dankbarkeit schenkt die Gemeinde MrBeast eine Ziege. An dieser Stelle kündigt er an, bis zum Ende des Videos dank der Aufrufe eine Million Mahlzeiten zu spenden.

Ghana: Schulessen statt Plantagenarbeit

In Ghana hat das Projekt nach eigenen Angaben eine Küche, einen Wassertank und einen neuen Bauernhof für eine lokale Schule finanziert. Der Kohl, der gerade gepflanzt wird, soll in zweieinhalb Monaten erntereif sein. Dieses kleine Feld soll alle Schüler ernähren. MrBeast betont jedoch, dass Millionen anderer Bauernhöfe in Ghana nicht so viel Glück hätten.

Hier verschiebt sich der Schwerpunkt vom Hunger zur Kinderarbeit. Die Gemeinde lebt von der Landwirtschaft, und die meisten Eltern bauen Kakao an. Das gelte leider auch für die Kinder, die für das Familieneinkommen entscheidend seien. Im Gespräch wird bestätigt, dass vier von fünf Schülern vor dem Unterricht auf einer Plantage gearbeitet hätten. Jetzt gingen sie stattdessen zur Schule, weil sie dort eine kostenlose Mahlzeit bekämen. Das Essen steigere die Anmeldungen, bringe Kinder in die Schule und halte sie dort.

Tiere als Einkommen und eine misslungene Übergabe

Als zweites Mittel, um Kinder in der Schule zu halten, kauft das Team Tierpaare und verschenkt sie an Familien, darunter Kühe und Ziegen. Die Idee dahinter: Mit dem Einkommen aus den Tieren sollen die Familien ihre Kinder zur Schule schicken können, statt sie arbeiten zu lassen. Eine Familie bestätigt im Gespräch, dass am nächsten Tag der erste Schultag ist.

Die Übergabe der Ziegen gerät zur komischen Einlage. Weil so viele Tiere zu verteilen waren, holt sich MrBeast Hilfe von Tareq, nennt das aber hinterher einen Fehler. Tareq soll die nächsten zehn Ziegen bringen, doch die Tiere laufen davon. Daraufhin erklärt MrBeast Tareq scherzhaft für gefeuert. Anschließend wird gefeiert. Die Kinder probieren Schokolade und sehen sich auf den Bildern einer Drohne selbst.

Kakao, Feastables und Kinderarbeit

Danach nennt MrBeast eine Zahl zum größeren Hintergrund. 45 Prozent der Kinder in ghanaischen Kakaobauernfamilien arbeiteten in illegaler Kinderarbeit. Dagegen hätten Feastables und die Bauern gemeinsam Überwachungs- und Interventionssysteme entwickelt. Diese sollen Kinderarbeit stoppen und die Kinder in die Schule bringen. Wie diese Systeme genau funktionieren, erklärt das Video nicht.

Eine Vertreterin oder ein Vertreter der Schule bedankt sich. Man habe dafür gebetet, Essen für die Schüler zu haben, und jetzt sei es da. Man hoffe, dass das jahrelang anhalte, am besten für immer.

USA: Das Problem ist Verschwendung, nicht Mangel

Mit dem Wechsel in die USA ändert MrBeast den Blick auf das Problem. Um den Hunger dort zu bekämpfen, müsse man ein anderes Problem lösen. Das klinge verrückt, aber Amerika produziere so viel Essen, dass fast 40 Prozent weggeworfen würden. Er rechnet vor: Könnte man nur 10 Prozent davon retten, ließe sich der Hunger in den USA beenden. Diese Rechnung trägt er selbst vor, das Video belegt sie nicht weiter.

Als Beispiel dient der Großmarkt in Philadelphia, laut Video einer der größten Lebensmittelmärkte Amerikas. Dort drohten jedes Jahr über viereinhalb Millionen Kilo unverkaufter Lebensmittel im Müll zu landen.

Sharing Excess auf dem Großmarkt

Hier kommt Evan mit seiner Organisation Sharing Excess ins Spiel. Er beschreibt, warum Lebensmittel weggeworfen werden: Wenn die Händler nicht wüssten, wohin damit, sei Wegwerfen am einfachsten. Als Beispiel nennt er Kartoffeln, die in einem Monat ablaufen. Manche Händler würden sie deshalb nicht mehr annehmen. Auf MrBeasts Frage, warum man sie dann nicht an Hungernde gebe, antwortet Evan, genau das sei doch logisch. Laut Video rettet Sharing Excess tonnenweise Lebensmittel, die aus absurden Gründen entsorgt würden.

Beim Sortieren zeigt sich, wie einfach das Verfahren ist. Was gut aussieht, kommt in die Kiste, was schlecht aussieht, in die Tonne. Evan erklärt, warum das so simpel sein muss: Wäre es komplizierter, würde es niemand machen. Zwischendurch streiten Tareq und Nolan albern darüber, wessen Paprika die bessere ist.

Das zeigt laut MrBeast, wie groß das Angebot ist. Alle Lebensmittel stammen allein aus einem Gebäude und wurden an einem einzigen Tag gespendet, draußen gebe es noch mehr. Der Engpass sei der Transport. Man brauche mehr Lkw, um alles abzuholen. Der Markt und ähnliche Märkte hätten so viel Essen, dass Sharing Excess es nicht schnell genug verteilen könne, bevor es verderbe. Mit nur einem zusätzlichen Lkw könne die Organisation jährlich bis zu drei Millionen Kilo mehr retten.

Ein neuer Truck und ein Tag Verteilung

Das Team hat die Überraschung vor Evan geheim gehalten. Mit verbundenen Augen wird er zu seinem neuen Truck geführt. MrBeast sagt, wer das Video anschaue, helfe Sharing Excess, diesen Truck auch in den kommenden Jahren zu füllen.

Anschließend zeigt das Video, was ein einziger zusätzlicher Truck an einem Tag bewirken soll. Die erste Station ist die Double Trellis Food Kitchen, die laut Video täglich Gourmetgerichte für Bedürftige kocht. Die Zutaten wären sonst weggeworfen worden. Nach Angaben im Video wurden mit den gekochten Mahlzeiten 600 Menschen satt. Danach sei der Truck immer noch mit Tausenden Kilo frischer Produkte beladen gewesen. Diese gingen an Gemeinschaftskühlschränke, an eine Verteilung auf der Straße und an eine Lebensmittelausgabe in North Carolina, wo Hunderte Menschen nahrhaftes Essen gebraucht hätten. Dabei fällt auch eine Begegnung auf: Ein Empfänger sagt, er schaue die Videos, wisse aber nicht, wie die Macher heißen.

DoorDash, Tony Robbins und die Rechnung „20 Aufrufe = 1 Mahlzeit“

Das Video ist eine Kooperation mit DoorDash. MrBeast bewirbt einen Hoodie, der für kurze Zeit exklusiv bei DoorDashs DashMart erhältlich ist. Jeder Kauf unterstütze die Spende von 100 Mahlzeiten für Menschen in Not, erhältlich über einen QR-Code oder den Link in der Beschreibung. Außerdem erwähnt er DoorDashs Project DASH. Es habe in wenigen Jahren über hundert Millionen Mahlzeiten aus Lebensmitteln geliefert, die sonst weggeworfen worden wären.

Nach der Verteilung überreicht MrBeast Evan zwei Schecks. Der erste deckt 600.000 Mahlzeiten ab, um das angekündigte Ziel von einer Million zu erreichen. Vor der Veröffentlichung habe man sich auf eine Million festgelegt, und Evan habe noch 600.000 gebraucht, die das Team übernehme. Der zweite ist ein Blankoscheck. Wie viel nach der Veröffentlichung zusammenkommt, wisse er nicht, sagt MrBeast. Es hänge davon ab, wie viele Menschen das Video schauen, und erst dann werde er den Betrag eintragen.

Neben DoorDash beteiligt sich Tony Robbins mit einer Videobotschaft. Jeder Aufruf bringe mehr Mahlzeiten. Er verpflichte sich zu zehn Millionen Mahlzeiten und verdopple alle Spenden der Mitmachenden. Am Ende nennt MrBeast die Formel, die sich aus diesen Beiträgen ergeben soll: Dank Tony Robbins und DoorDash entsprechen 20 Aufrufe einer Mahlzeit. Wie viel Essen am Ende tatsächlich gespendet wird, lässt das Video offen. Die Summe auf dem Blankoscheck hängt laut MrBeast allein von den Zuschauern und davon ab, wie oft sie das Video teilen.